Multiplicity: Europan 15 – Productive Cities
Wo monofunktionale Gewerbegebiete an ihre Grenzen stoßen, schafft Multiplizität eine dichte Symbiose aus zirkulärem Wirtschaften, geteilten Ressourcen und urbanem Leben. Durch nutzungsflexible Raumstrukturen, lokale Energie- und Stoffkreisläufe sowie vernetzte Freiräume entsteht ein krisenfestes Ökosystem. Es verzahnt Arbeiten, Produktion und Gemeinschaft auf kompaktem Raum – ressourcenschonend, wandelbar und sozial wirksam. Nicht bloß „smart“, sondern existenziell.
Eingebettet zwischen Gries, Schönau und dem Triesterviertel transformiert der Entwurf ein historisch isoliertes Grazer Gewerbeareal in ein produktives, vernetztes Zukunftsquartier. Mit der angedachten Fröhlichbrücke sowie einer Wegeachse entlang des Mühlgangs überwindet das Projekt städtebauliche Barrieren und bindet das Areal direkt an die Mur an. Die reaktivierte Gleisinfrastruktur verlagert Güterverkehre von der Straße auf die Schiene, während Micro-Cargo-Hubs und Lastenräder die emissionsfreie Feinverteilung übernehmen. Großflächige Entsiegelungen schaffen zugleich einen zusammenhängenden Urbanen Wald, der als Kaltluftschneise das Mikroklima entlastet und qualitätsvollen Erholungsraum bietet.
Das bauliche Herzstück bildet das ehemalige Coca-Cola-Areal: Hier entsteht durch modulares Weiterbauen im Bestand der Multiplicity-Hub. Dessen flexibles Stahlbetonskelett bietet anmietbare Module von 50 bis über 1.000 Quadratmetern, die mit den Bedürfnissen lokaler Betriebe mitwachsen. Eine lichtdurchflutete Erdgeschosspassage verbindet das Mühlgangufer direkt mit dem Stadtwald, während Co-Working-Bereiche, Quartiersküchen und Werkstätten Raum für Synergien und gelebte Nachbarschaft stiften.
- Auslober:in
Europan 15
- Ort
Graz, AT
- Verfahren
EU-weit offener Ideenwettbewerb
- Platzierung
Shortlisted
- Jahr
2019
- Projektteam
Eva Hierzer und Stephan Brugger
- Visualisierung
NOW Architektur