Wohnbau Feldbach
Wie sieht ein idyllisches Bullerbü im Almenland zwischen Siedlungsgebiet und Landschaftsraum aus? Kann ein geförderter Wohnbau auch als Dorfstruktur gedacht werden, die die Menschen und der geschützten Natur mehr Raum gibt als dem PKW?
Das Grundstück liegt am südlichen Rand der Stadt Feldbach am Übergang von der Siedlungsstruktur zum geschützten Naturraum. Wie ein idyllisches Bullerbü entwickelt sich der geförderte Wohnbau aus der bestehenden Landschaft, indem sechs zwei- bzw. dreigeschossige, längliche Baukörper hangparallel in die natürliche Topographie des Nordhangs eingebettet werden. Diese Anordnung ermöglicht eine harmonische Integration der Gebäude in die Umgebung mit einem ruhigen und unaufgeregten Erscheinungsbild bei gleichzeitiger maximaler Ausnutzung der möglichen Dichte.
Zwischen den Baukörpern und den Waldflächen spannen sich großzügige, zusammenhängende Freiräume auf. Die klare Gestalt der Gebäude ist vertraut und fügt sich nahtlos in die Umgebung ein. Sie versteht sich als Vermittlerin zwischen den Siedlungsstrukturen im Osten und dem Naturraum im Westen. Große, zusammenhängende Wiesenflächen verschmelzen mit der umliegenden Landschaft und bilden so einen fließenden Übergang vom Siedlungsraum zum sensiblen, angrenzenden Naturraum. Die bestehende Kapelle entlang des Wanderpfades wird in das Gesamtensemble integriert.
Die neue Zufahrt wird als Spielstraße vorbei an der Kapelle geführt und verläuft nördlich entlang der talseitigen Grundgrenze auf den entsprechenden Höhenschichten. Die im Hang liegenden Baukörper nutzen das natürliche Gelände zur Erschließung: Die Gebäude werden direkt von der Zufahrtsebene aus über das im Hang liegende Untergeschoss mit PKW und Fahrrädern erreicht, während die Hauptzugänge sämtlicher Gebäude über einen durchgängigen, barrierefreien fußläufigen „Erlebnisweg“ erschlossen werden. Der dadurch entstandene, unversiegelte und autofreie Siedlungsfreiraum erinnert an ein idyllisches Dorf am Almenrand.
- Auftraggeber:in
Rottenmanner Siedlungsgenossenschaft gemeinnützige eGen m. b. H.
- Ort
Feldbach, AT
- Verfahren
geladener Wettbewerb
- Platzierung
1. Preis
- Jahr
2025
- Planung
2025–2026
- Projektteam
Stephan Schmidt, Lisa Schiles, Nele Göpfert, Maibritt Pieper und Thomas Hörmann
- Leistungen
Architekturplanung LPH 1-7
- Modellbau
Patrick Klammer Manufaktur