Kinder- und Jugendpsychiatrie Graz

Die bestehende Kinder- & Jugendpsychiatrie des Landeskrankenhaus Graz II Süd soll um eine Station mit 22 Betten, einer Tagesklinik, Diensträumen und Therapiebereich in vorwiegend Holzbauweise erweitert werden. 

“Ein feingliedriges und sensibles Projekt, das mit seiner differenzierten Pavillonstruktur aus kleineren und größeren, eingeschoßigen und zweigeschoßigen Baukörpern raffiniert die Idee eines kleinen Dorfes im durchgrünten Campus Areal des LKH transformiert. Dabei werden sowohl formale als auch organisatorische Elemente des Bestandes auf ein neues Niveau gehoben, ohne dabei den Bestand in Frage zu stellen oder zu konterkarieren. […]

Summa summarum ein herausstechendes Projekt, das von der Jury bereits im ersten Moment als hervorragend und zukunftsweisend aufgenommen wurde und größtenteils dem Archetypus einer innovativen und anspruchsvoll sensiblen formulierten Architekturlösung entspricht.” ♡

Auszug aus dem Juryprotokoll des EU-weit offenen und einstufigen Realisierungswettbewerbes.

Das Bestandsgebäude der Kinder- und Jugendpsychiatrie nimmt eine Sonderstellung im Gesamtensemble des LKH II Süd ein. Durch dessen Ausformulierung (Geschossigkeit und Dachform) wird seine gar nicht so unbeträchtliche Größe und Ausdehnung gebrochen und präsentiert sich als angemessen dimensioniertes Volumen inmitten einer erholsamen Parklandschaft.

Der Zubau tritt in einen Dialog mit seiner Umgebung. Anders als der Bestand bricht er aus einer strengen Rechteckfigur aus und verzahnt sich mit der Parklandschaft.

Die Funktionsbereiche werden als eigenständige Baukörper – „Häuser“ – definiert. Zueinander gestellt, entsteht somit eine (Dorf-) Struktur die Wege, Räume, Aus- und Durchblicke mit verschiedenen Qualitäten bietet.

Während die eingeschossigen stationären Einheiten locker in den Park eingebettet werden, definiert der zweigeschossiger Eingangsbaukörper eine klare Eingangs- und Platzsituation und tritt zusammen mit dem Bestandsgebäude deutlich in Erscheinung.

Innen wie außen wird klar differenziert zwischen den fünf „Häusern“ als eher geschlossene ein- bzw. zweigeschoßige Volumen mit Lochfassade und dem offen gestalteten eingeschossigen Verbindungsbaukörper, unter dessen schützenden Flachdach der verbindende Innenraum sich mit der Parklandschaft verwebt.

Die Verbindung zum Bestand bildet eine neue zentrale Erschließungsachse – die Avenue – welche für Bestand und Zubau gleichermaßen Hauptzugang und -verbindung darstellt.

Die Anmeldung ist das halb-öffentliche Herz der Avenue und bildet eine offene Anlauf- und Informationsstelle für die gesamte Kinder- und Jugendpsychiatrie.

An den Stützpunkt anschließend bildet der Dorfplatz mit dem Multifunktionsraum das gemeinsame Herz der Station. Von hier aus werden die vier “Häuser” erschlossen die gleichermaßen als Identifikations- und Rückzugsort für die Patienten dienen.

Das Projekt setzen wir gemeinsam mit unserem ARGE Partner Architekt Reinhold Tinchon als Generalplaner um.

zweistufiger EU weit offener Wettbewerb 2020, 1. Platz
Wettbewerb: Eva M. Hierzer, Stephan Brugger, Reinhold Tinchon
Teilgeneralplanung: ARGE Tinchon NOW
Projektleitung: Eva M. Hierzer, Thomas Hörmann
Statik & Holzbauingenieur: sblumer ZT GmbH
Bauphysik & Audit für Nachhaltigkeit: Vatter ZT GmbH